Hanna Schott
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Hanna Schott im Netz
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Das Drehbuch von „Fritzi war dabei“ hat den 1. Preis gewonnen! Deutscher Animationsdrehbuchpreis nennt sich die Auszeichnung, die Beate Völcker als Autorin des Drehbuchs am 9. Mai in Stuttgart beim 19. Internationalen Trickfilmfestival entgegennehmen durfte. Jetzt stiefelt meine kleine Fritzi mit großen Schritten auf Kino und Fernsehen zu. – Viel Glück!
„Sozialcourage“ ...
heißt eine Zeitschrift des Caritas-Verbandes. Sie hat genau dies – Sozialcourage oder auch Zivilcourage – in der Doppelbiografie entdeckt, in der ich das Leben von Magda Trocmé (1901-1996) und André Trocmé (1901-1971) erzähle. Dr. Bernhard Seiterich schreibt:
„Wir wissen nicht, was ein Jude ist. Wir kennen nur Menschen“, sagt der Pfarrer eines kleinen französischen Dorfes dem Präfekten 1942 ins Gesicht. Der kommt zur Kontrolle, da Gerüchte über Menschenschmuggel zu ihm gelangt sind. Im besetzten Frankreich unter der Herrschaft von Wehrmacht, SS und Vichytruppen kann das schon einmal Gefangenschaft oder Tod als Antwort bedeuten. Doch Frechheit siegt, die freche Ehrlichkeit des Pfarrers André Trocmé und seiner Frau, der Lehrerin Magda. Denn in jedem Haus von Le Chambon sind Juden versteckt, nicht nur in Hotel und Pension des Luftkurorts: Auch einfache Bauern verbergen Kinder vor der Deportation in den sicheren Tod. Denn: Man kann und muss etwas gegen den Naziterror tun. Bis Kriegsende haben die Dörfler in den Cevennen mindestens 3.000 Menschenleben gerettet, klug, gastfreundlich und solidarisch. Dies und die Biografie der beiden Initiatoren sind lesenswert und dokumentarisch; beispielhaft für das Leben nach dem eigenen Gewissen.
Das französisch-russisch-italienische Paar lernt sich in New York kennen und will nach Indien reisen, um Gandhi zu treffen. André Trocmé, der an demselben Theologischen Seminar studiert wie später Dietrich Bonhoeffer, ist nebenbei Hauslehrer bei der reichsten Familie der Welt, den Rockefellers. Magda Grilli zieht ihn schon nach den ersten Begegnungen in ihren Bann. Allein diese Geschichte wäre filmreif. Doch es geht weiter – ganz anders, als die beiden es planen, und mit zunehmender Dramatik. Statt in Indien landen sie nämlich in der tiefsten französischen Provinz, André als Pfarrer der reformierten Kirche, Magda als Lehrerin. Als deutsche Truppen Frankreich besetzen, eröffnen sich ihnen jedoch ungeahnte Möglichkeiten, gerade weil sie „am Ende der Welt“ leben.
Das Ehepaar Trocmé verwandelt den kleinen Luftkurort im Gebirge in einen zentralen Ort der französischen Résistance. Tausende jüdische Kinder und Erwachsene werden von ihnen versteckt, mit Nahrung versorgt, teilweise mit falschen Pässen ausgestattet und außer Landes geschleust. Am Ende zählten die einen 3.000 Menschen, die vor dem sicheren Tod gerettet worden waren, andere sprachen von mehr als 5.000. Magda trat in den USA vor riesigem Publikum an der Seite von Martin Luther King auf. Das israelische Holocaustmuseum Yad Vashem zeichnete André und Magda Trocmé und mit ihnen die ganze Region für ihren Mut als „Gerechte unter den Völkern“ aus.
Bei meinen Lesungen wurde mir klar, welche Wucht diese Geschichte hat – aber auch, wie ermutigend sie ist. Und ist es nicht verrückt, dass Magda und André am Ende ihres Lebens die Jahre des Widerstands als ihre glücklichsten beschrieben?

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